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Mann um die 35 steht in einer hellen Küche mit Kaffeetasse und Notizzettel und plant seine Baufinanzierung.
Baufinanzierung-Grundlagen Ratgeber Rechenbeispiel

Annuitätendarlehen einfach erklärt

Dennis Albrecht
Dennis Albrecht

Das Annuitätendarlehen ist die verbreitetste Form der Baufinanzierung in Deutschland. Sein Kennzeichen: Du zahlst über die gesamte Zinsbindung eine gleichbleibende monatliche Rate. Diese Rate setzt sich aus zwei Teilen zusammen, dem Zins und der Tilgung. Auf dieser Seite erfährst du, wie sich diese beiden Anteile im Lauf der Zeit verschieben, wie du über die Tilgung deine Laufzeit steuerst und wie eine einfache Beispielrechnung aussieht.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Beim Annuitätendarlehen bleibt die monatliche Rate über die vereinbarte Zinsbindung gleich.
  • Die Rate besteht aus einem Zinsanteil und einem Tilgungsanteil.
  • Mit sinkender Restschuld sinkt der Zinsanteil, der Tilgungsanteil steigt entsprechend.
  • Über die anfängliche Tilgung steuerst du, wie lange du für die Rückzahlung brauchst.
  • Sondertilgung und Tilgungssatzwechsel geben dir zusätzliche Flexibilität.

Inhaltsübersicht


Was ist ein Annuitätendarlehen?

Ein Annuitätendarlehen ist ein Kredit mit einer gleichbleibenden monatlichen Rate über die gesamte vereinbarte Zinsbindung. Der Begriff „Annuität" bezeichnet diese jährliche oder monatliche Gesamtzahlung. Sie umfasst zwei Bestandteile: den Zins für das geliehene Geld und die Tilgung, also den Teil, mit dem du die eigentliche Schuld zurückzahlst.

Für dich als Kreditnehmerin oder Kreditnehmer bedeutet das vor allem Planbarkeit. Die Zahl auf deiner monatlichen Rechnung ändert sich während der Zinsbindung nicht. Du weißt von Anfang an, welchen Betrag du jeden Monat einplanen musst.

Wie die Rate aufgebaut ist

Der Zinsanteil und der Tilgungsanteil ergeben zusammen deine gleichbleibende Rate. Innerhalb dieser Rate verschiebt sich das Verhältnis der beiden Teile jedoch über die Zeit.

Der Zins wird immer auf die noch offene Restschuld berechnet. Zu Beginn ist die Restschuld hoch, also ist auch der Zinsanteil hoch und der Tilgungsanteil klein. Mit jeder Rate sinkt die Restschuld ein Stück. Dadurch fällt der Zinsanteil in der nächsten Rate etwas geringer aus. Weil die Gesamtrate gleich bleibt, wird der frei werdende Betrag zur Tilgung hinzugerechnet. So steigt der Tilgungsanteil von Monat zu Monat, während der Zinsanteil sinkt.

Am Ende der Laufzeit hat sich das Bild umgekehrt. Der größte Teil deiner Rate fließt dann in die Tilgung, nur noch ein kleiner Teil in den Zins.

Tilgung und Laufzeit

Die anfängliche Tilgung ist der Prozentsatz der Darlehenssumme, den du im ersten Jahr zurückzahlst. Sie bestimmt maßgeblich, wie lange du an deiner Finanzierung zahlst. Je höher die Tilgung, desto schneller ist das Darlehen zurückgezahlt.

Als grobe Orientierung gilt eine Faustregel, die vom jeweiligen Zinsniveau abhängt: Bei einer anfänglichen Tilgung von 2 Prozent und über die gesamte Dauer gleich bleibenden Zinssatz dauert die vollständige Rückzahlung ungefähr 30 Jahre. Wählst du eine höhere Tilgung von zum Beispiel 10 Prozent, verkürzt sich die Rückzahlung auf rund 10 Jahre. Diese Werte sind Näherungen. Der genaue Verlauf hängt vom vereinbarten Zinssatz ab.

Eine höhere Tilgung bedeutet eine höhere monatliche Rate, aber eine kürzere Laufzeit und in Summe weniger Zinskosten. Eine niedrigere Tilgung senkt die Rate, verlängert aber die Rückzahlung. Welche Kombination zu dir passt, hängt von deinem monatlichen Budget und deinen Zielen ab.

Beispielrechnung

Ein Beispiel macht das Prinzip greifbar. Angenommen, du nimmst ein Darlehen über 300.000 € auf und vereinbarst eine anfängliche Tilgung von 2 Prozent.

Im ersten Jahr tilgst du dann 2 Prozent von 300.000 €, das sind 6.000 €. Der Zinsanteil kommt zu diesem Tilgungsanteil hinzu und hängt vom aktuellen Zinssatz ab.

Zur Veranschaulichung rechnen wir mit einer angenommenen Faustzahl von 3,5 Prozent Zins. Dies ist ein Beispielwert und kein aktueller Marktzins. Bei 3,5 Prozent auf 300.000 € fallen im ersten Jahr rund 10.500 € Zinsen an. Zusammen mit den 6.000 € Tilgung ergibt das eine Annuität von 16.500 € im Jahr, also rund 1.375 € im Monat.

In den Folgejahren bleibt diese Monatsrate gleich. Weil die Restschuld durch die Tilgung sinkt, wird der Zinsanteil aber Monat für Monat kleiner und der Tilgungsanteil größer. So zahlst du das Darlehen mit jeder Rate etwas schneller zurück.

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Flexibilität während der Laufzeit

Ein Annuitätendarlehen ist planbar, aber nicht starr. Zwei Bausteine geben dir zusätzlichen Spielraum.

Mit einer Sondertilgung zahlst du außerhalb der regulären Rate einen zusätzlichen Betrag zurück. Viele Verträge erlauben pro Jahr eine bestimmte Sondertilgung. Damit senkst du deine Restschuld schneller und verkürzt die Laufzeit.

Der Tilgungssatzwechsel erlaubt es dir, den vereinbarten Tilgungssatz während der Zinsbindung innerhalb eines festgelegten Bereichs anzupassen. Verändert sich deine finanzielle Situation, kannst du die Tilgung und damit deine Rate nach oben oder unten anpassen, sofern dein Vertrag diese Option vorsieht.

uta@720

„Die Rate bleibt gleich, aber ihr Gewicht verschiebt sich. Am Anfang überwiegt der Zins, am Ende die Tilgung. Was sich nicht ändert, ist die Zahl auf der Rechnung. Was sich ändert, ist, was dahintersteckt."

Uta Möllmann, Leitung Beratung & Kundenerlebnis

Fazit

Das Annuitätendarlehen verbindet Planbarkeit mit Steuerbarkeit. Die gleichbleibende Rate macht deine monatlichen Kosten kalkulierbar. Über die anfängliche Tilgung entscheidest du, wie schnell du schuldenfrei bist. Sondertilgung und Tilgungssatzwechsel geben dir Spielraum, wenn sich deine Lebenssituation ändert. Wer diese Zusammenhänge kennt, kann seine Finanzierung bewusst auf das eigene Budget und die eigenen Ziele ausrichten.

Häufige Fragen zum Annuitätendarlehen

Warum bleibt die Rate beim Annuitätendarlehen immer gleich?

Die Rate besteht aus Zins und Tilgung. Sinkt der Zinsanteil, weil die Restschuld kleiner wird, steigt im gleichen Maß der Tilgungsanteil. Die Summe aus beiden bleibt dadurch über die Zinsbindung konstant.

Was bedeutet die anfängliche Tilgung?

Die anfängliche Tilgung ist der Prozentsatz der Darlehenssumme, den du im ersten Jahr zurückzahlst. Sie bestimmt die Höhe deiner Rate und wie lange du für die Rückzahlung brauchst.

Wie wirkt sich eine höhere Tilgung aus?

Eine höhere Tilgung erhöht die monatliche Rate, verkürzt aber die Laufzeit und senkt die gesamten Zinskosten. Als Faustregel gilt: 2 Prozent Tilgung entsprechen ungefähr 30 Jahren, 10 Prozent ungefähr 10 Jahren, abhängig vom Zinsniveau.

Kann ich während der Laufzeit zusätzlich zurückzahlen?

Ja, über eine Sondertilgung kannst du außerhalb der regulären Rate zusätzlich tilgen, wenn dein Vertrag das vorsieht. So senkst du die Restschuld schneller und verkürzt die Laufzeit.

Was ist ein Tilgungssatzwechsel?

Ein Tilgungssatzwechsel erlaubt dir, den vereinbarten Tilgungssatz während der Zinsbindung innerhalb eines festgelegten Bereichs anzupassen. Damit kannst du deine Rate an eine veränderte finanzielle Situation anpassen.

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Dennis Albrecht

Dennis ist seit 13,5 Jahren in der Immobilienfinanzierung zu Hause. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann bei einer großen Bank war er rund zehn Jahre als Senior-Finanzierungsberater bei einem der führenden Baufinanzierungsvermittler tätig. 
Sein Ansatz ist konsequent lösungsorientiert. Nicht das Produkt steht im Mittelpunkt, sondern die Situation des Menschen dahinter. Ob Kauf, Neubau, Anschlussfinanzierung oder Kapitalanlage: Dennis findet den passenden Weg, auch wenn die Struktur komplex wird.
Als Familienvater weiß er selbst, wie viel finanzielle Sicherheit und ein eigenes Zuhause bedeuten.